Ein Risiko eingehen? So wie damals auf dem Sprungbrett im SChwimmbad? Stell dir vorher diese Fragen!
Mutmethoden

Ein Risiko eingehen? Vier Fragen, die du dir vorher stellen musst!

Von am 15. Mai 2017

Ein Risiko eingehen? Kann eine Menge Angst machen. Anderen. Aber vor allem uns selbst.

Das fühlt sich dann an, wie damals, auf dem Fünfmeterbrett. Du bist hochgeklettert. Weil es von unten reizvoll aussah. Es schien eine gute Idee zu sein. So von der Liegewiese aus betrachtet. Erste Zweifel kamen dir dann schon, als du die Leiter hochgeklettert bist. Jetzt stehst du oben, auf dem Brett. Du starrst nach unten. Malst dir aus, was alles passieren könnte. Wenn du blöd aufkommst oder so. Und du überlegst, ob es dieses Risiko wirklich wert ist…

Geht dir das auch so? Also mir geht es oft so, wenn ich etwas Neues anfange.

Ich bin jemand, der gerne dazulernt und ausprobiert. Das geht natürlich nur, wenn ich mich traue, öfter mal Projekte mit ungewissem Ausgang anzugehen.

Und auch ich kenne das, dass sich unter die Vorfreude dann auch Zweifel mischen. Sorgen, ob ich das schaffen kann und gut genug bin. Überlegungen, was alles schief gehen könnte. Kurz: Angst. Genau wie damals, auf dem Sprungbrett.

Das ist gar nicht gut. Denn Angst kann dir die Kraft rauben. Dich erstarren lassen, bevor du überhaupt den ersten Schritt machen kannst. Also im ungünstigsten Moment. Nämlich bevor dein Projekt Fahrt aufnehmen und dich von sich aus mit positiven Erlebnissen zum Weitermachen motivieren kann.

Und ehe du dich versiehst, bist du schon dabei, dein Projekt innerlich zu begraben. Du redest dir selbst Horrorgeschichten ein. Du suchst dir die absurdesten Ausreden. Und das alles, um auf der sicheren Seite zu bleiben.

Obwohl du natürlich weißt: Auf Sicherheit zu spielen nützt gar nichts. Es hindert dich daran, dich zu entwickeln. Dein Glück zu finden. Neues zu entdecken. Es bringt einfach nichts. Außer eben Sicherheit.

Trotzdem ist dein Verhalten völlig verständlich. Aber nochmal: Es bringt dich nicht weiter!

Ein Risiko eingehen? Mach es! Es lohnt sich meistens!

Vielleicht kann ich dir ja etwas dabei helfen, deine Ängste und Sorgen mal zu benennen? Und vielleicht nochmal in Ruhe darüber nachzudenken, ob sie nicht doch Quatsch sind?

Ich habe dir dafür vier Fragen zusammengestellt, auf die du für dich Antworten finden musst.

Ich bin ziemlich optimistisch, dass dir das weiterhelfen wird.

Wenn du für dich Antworten darauf gefunden hast, bist du bereit, die Ängste beiseite zu schieben. Etwas zu wagen. Weil du verstanden haben wirst, dass das zu deinem Besten sein wird.

 

Bin ich mit dem Herzen voll dabei?

Manchmal machen wir den zweiten Schritt vor dem ersten. Denn etwas zu können, ist noch lange kein guter Grund, es auch zu tun.

Das Risiko eingehen? Bevor du anfängst, darüber zu sinnieren, kommt erst mal eine andere Frage dran. Diese lautet: Willst du das Projekt wirklich, wirklich angehen? Sind das wirklich, wirklich DEINE Ziele?

Willst du überhaupt von diesem Brett in den kühlen Pool springen? Oder gibst du damit nur dem Druck deiner Kumpels nach? Warum stehst du überhaupt hier oben? Ist es dein Traum, diese Herausforderung zu meistern?

Du siehst: Bevor du deine Risikokalkulation aufmachst und entsprechend Ängste schiebst, musst du für dich selbst erstmal klären, ob du wirklich zu 100 Prozent hinter der Sache stehst. Du musst in dich reinhören und entscheiden, ob du überhaupt voll dabei bist.

Wenn du es nicht bist, dann wirst du möglicherweise einknicken, wenn der Widerstand größer wird. Dann wirst du nicht alles tun, was nötig ist, um deine Ziele zu erreichen. Nicht dranbleiben. Und das wäre dann wirklich ein großes Risiko.

Merkst du, dass du insgeheim eigentlich nicht voll dahinter stehst? Dann ist es tatsächlich besser, das Risiko zu vermeiden!

Das gilt ganz besonders, wenn es ein großes Risiko ist, das du einzugehen gedenkst. Wie zum Beispiel deinen Job zu kündigen. Ein eigenes Business zu starten. Das Berufsfeld zu wechseln. Oder wenn du darüber nachdenkst, eine Familie zu gründen.

Das sind gewaltige Projekte. Die sind machbar, wenn du wirklich Lust drauf hast. Aber es wird nicht einfach werden, das sage ich dir ganz ehrlich. Du wirst dich mehr als einmal fragen, ob das die richtige Entscheidung war. Und dann muss tief in dir die Überzeugung sein, jedesmal mit „Ja“ zu antworten. Immer und immer wieder.

Nochmal klar und deutlich: Im Angesicht des Risikos nicht voll hinter deinen Zielen zu stehen – das ist ein Risiko für sich! Wenn du das Ganze halbherzig angehst, verschwendest du nicht nur deine Zeit. Viel schlimmer: Du enttäuscht dich am Ende nur selbst. Und das kann dann schnell dazu führen, dass du dich beim nächsten Mal nicht mehr traust, weitere Risikien einzugehen.

Also wähle weise, für was es sich für dich zu kämpfen lohnt. Nimm das Risiko an, wenn es deine Mission ist. Du solltest dir aber sicher sein, dass das dein Ding ist. Mindestens ebenso sicher wie bei der Wahl deines Ehepartners.

Denn es wird in beiden Fällen bedeuten: „In guten wie in schlechten Zeiten…“

 

Was ist das Schlimmste, das passieren kann?

Die Fantasie ist ein Teufelskerlchen. Was die sich zusammenspinnen kann – Halleluja! Da kommen Horrorgeschichten zusammen, vor denen selbst Stephen King neidvoll erblassen würde.

Aber reiß dich bitte mal kurz zusammen und sag deiner Fantasie, dass sie mal kurz kalt duschen und dann mit kühlem Kopf zum Dienst erscheinen soll.

Ich möchte nämlich, dass du dir jetzt keinen ultra-unwahrscheinlichen Unsinn ausdenkst. Und dass du dich beim Beantworten dieser Frage nicht von deinen Emotionen leiten lässt.

Ich möchte, dass du dich hinsetzt und ganz logisch und unter Berücksichtigung realistischer Wahrscheinlichkeiten fragst: Was ist wirklich das Schlimmste, das passieren kann?

Wir befinden uns auf dem Sprungbrett vom Anfang dieser Geschichte. Was kann passieren? Du kannst übersehen haben, dass kein Wasser im Pool ist. Das wird weh tun… Ist aber Quatsch! Du kannst das glitzernde Wasser doch von hier aus sehen! Schau hin!

Du kannst blöd aufkommen und dir was brechen. Okay, kann passieren. Aber das heilt in der Regel auch wieder. Und überhaupt – wie wahrscheinlich ist das? Nicht gefühlt, sondern mit Statistiken belegt? Ist es nicht so, dass dir höchstwahrscheinlich nur der Hintern nach einer Arschbombe etwas weh tut? Für fünf Minuten oder so?

Natürlich hast du trotzdem Angst. Weil du sie einfach fühlst. Aber eigentlich weisst du jetzt, dass das Unsinn ist.

Genauso ist es bei allem anderen. Wir leben in Deutschland, einem wohlhabendem Land mit gut ausgebauten Sozialsystemen. Das ist ein großes Glück. Denn die Wahrscheinlichkeit, obdachlos zu werden oder zu verhungern ist hier sehr, sehr gering.

Okay, dass du körperlich unversehrt bleibst ist wirklich wichtig. Deshalb würde ich dir vor irgendwelchen sportlichen Harakiri-Stunts nachdrücklich abraten. Aber sonst?

Wirkliche Existenznot ist sehr unwahrscheinlich.

Also: Was ist dein persönliches Horrorszenario?

Mal es dir aus. Aber bitte realistisch. Skizzier dir deine Sorgen und dann schmeiß Freund Google an und mach dich schlau, wer dir im Falle des Scheiterns gegebenenfalls unter die Arme greifen könnte.

Scheint das Worst-Case-Szenario jetzt immer noch so gruselig?

Oder geht es gar nicht um Existenzsorgen, sondern nur um die Angst, dass dein Umfeld über dich lachen könnte?

Erstens werden sie das wahrscheinlich gar nicht machen. Und zweitens, ist das nur kurz interessant. Und selbst wenn – ist das tatsächlich schlimm genug, um dafür auf deine Chancen zu verzichten?

Schau dir in Ruhe alle Pros und Kontras zu deinem Vorhaben an. Du wirst sehen: In vielen Fällen sind die Risiken, denen du gegenüber stehst, gar nicht so wild, wie dir deine Angst einreden will.

Überwiegen bei deiner nüchternen Analyse die Nachteile tatsächlich gegenüber den potentiellen Vorteilen? Okay, dann ist es das Risiko tatsächlich nicht wert.

Wenn es aber andersrum aussieht, dann gibt es keinen anderen Weg: Schieb die Ängste beiseite. Leg los. Lass die Fakten entscheiden.

 

Was bin ich bereit, dafür aufzugeben?

Nichts im Leben ist gratis. Wenn du etwas haben möchtest, musst du auch bereit sein, etwas dafür zu geben.

Angenommen, du entscheidest dich, dass du ein Risiko eingehen möchtest, um ein Herzensprojekt zu verwirklichen. Dann muss dir eines klar sein: Wenn du Risiken auf dich nimmst, in der Hoffnung, etwas zu erreichen – dann musst du auch etwas dafür aufgeben.

Was ich damit meine?

In unserem Sprungbrett-Szenario bedeutet das zum Beispiel, dass du nass wirst, wenn du im Pool aufkommst. Du kannst nicht springen und gleichzeitig trockene Klamotten behalten. Bist du bereit, das in Kauf zu nehmen? Und das auch, wenn es ein bewölkter Tag ist und du nicht sicher sagen kannst, ob du überhaupt ein Handtuch dabei hast?

In die Realität übersetzt: Du wirst deine Zeit opfern müssen. Wirst Energie in dein Projekt investieren müssen, die dir dann für andere Sachen fehlen wird. Du wirst Gewohnheiten loslassen müssen. Wirst deine alten Glaubenssätze opfern müssen. Deine gefühlte Sicherheitszone verlassen.

Ein Risiko einzugehen heißt in den meisten Fällen, dass du etwas versuchst, das du noch nie zuvor gemacht hast. Und zwar etwas, vor dem dir gehörig die Muffe geht. Das komfortable Gefühl, keine Angst haben zu müssen, wirst du eine Weile hintenanstellen müssen. Es ist ganz normal, ab und zu Sorgen zu haben und zu Zweifeln, wenn du dich auf Wegen befindest, die du nie vorher gelaufen bist. Das ist ein Teil des Preises dafür, dass du deine Träume verwirklichen willst.

Wenn du planst, etwas Neues zu machen, etwas Neues zu bekommen, dann wirst du deinen alten Pfad, die Dinge zu tun, verlassen müssen. Da kommst du nicht drum herum. Ganz gleich, welches Projekt du dir vorgenommen hast – Abnehmen, eine berufliche Selbständigkeit, ein Instrument lernen, nebenberuflich studieren, neue Leute kennen lernen – es wird eine Zeit lang komplett deinen Fokus erfordern. Das heißt, dass andere lieb gewonnene Gewohnheiten in dieser Zeit einen Schritt zurücktreten müssen. Du wirst zum Beispiel deine Freunde seltener sehen und nicht mehr jede  interessante Serie auf Netflix sehen können. Vielleicht musst du sogar in eine andere Stadt ziehen oder auf ein geregeltes Einkommen verzichten, je nach Ziel.

Ist das okay für dich?

Wenn du hier Zweifel hast, dann lass deinen Entschluss, ein Risiko einzugehen, nochmal etwas reifen.

Du hast keine Zweifel? Du bist dir sicher, dass du die nötigen Opfer bringen kannst? Worauf wartest du dann noch! Leg los und verwirkliche deinen Traum!

 

Was hält dein Umfeld von deinen Ideen?

Du willst also ein Risiko eingehen. Zumindest theroetisch. Das bedeutet unweigerlich, dass du dich auch mit Menschen auseinandersetzen musst. Zum einen mit dir selbst, zum anderen mit deinem Umfeld.

Die Probleme, die du dabei mit dir selbst hast, mit deinem Ego, deinem Selbstbewusstsein, die lassen sich meiner Erfahrung nach in den Griff bekommen. Denn die kannst du selbst beeinflussen.

Anders sieht es mit den Menschen um dich herum aus. Auf die hast du nur begrenzt Einfluss. Und natürlich wirken sich ihre Reaktionen auf dein Gefühlsleben aus.

Wie sind die Personen so drauf, deren Meinung dir wichtig ist? Stehen sie hinter dir und deinen Ideen? Geben sie dir vielleicht sogar einen sanften Schubs, wenn du auf deinem Sprungbrett stehst und nach unten starrst? Oder klammern sie sich an deine Badeklamotten und versuchen, dich zurückzuzerren?

Du hast für dich gute Antworten gefunden, warum es sich lohnt, etwas zu riskieren. Und trotzdem tust du es nicht? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Menschen um dich herum eine Rolle spielen.

Und zwar nicht, weil sie dich wirklich stoppen – sondern weil du ihnen erlaubst, dich stoppen zu dürfen. Und weil es dich zu sehr kümmert, was sie von deiner Entscheidung halten.

Wenn es dich wirklich so sehr beschäftigt, dann versuch sie mit ins Boot zu holen, überzeuge sie von deiner Idee. Bring sie dazu, mit die zusammen zu springen. Oder unten am Beckenrand auf dich zu warten.

Aber: Egal, ob das  klappt oder nicht – setz deine Ideen so oder so um, wenn du davon überzeugt bist. Sonst wirst du den Zweiflern später vorwerfen, dass sie zwischen dir und deinen Träumen gestanden haben. Und das ist für jede zwischenmenschliche Beziehung Gift.

Es ist dein Leben. Und somit dein gutes Recht, es so zu gestalten, wie du es dir wünschst.

 

Hat dir dieser Post geholfen? Wie gehst DU mit Risiken und Ängsten um? Und springst du gerne mal vom Fünf-Meter-Brett? Schreib es in die Kommentare – ich bin kein Guru und das ist DEINE Community. Wir helfen und uns alle gegenseitig. Und wir alle freuen uns sehr auf deinen Beitrag!

 

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Frank
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Hat Spaß daran, sich Sachen zu überlegen und die dann einfach zu machen. Liebt Herausforderungen und ist selbst gespannt, was dabei am Ende herauskommt. Fragt gerne, um zu verstehen. Handelt gerne, um auszuprobieren. Hat Spaß am Versuchen und Spaß an Ergebnissen. Scheitert zwischendurch auch ab und zu. Findet das aber nicht so schlimm.

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